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Road Trip Down Under

Melbourne - Broken Hill - Sydney

Schon seit vielen Jahren wollte ich das Outback im Bundesstadt New South Wales mit seinen abgelegenen Ortschaften Broken Hill und Silverton besuchen. Während meiner Zeit in Sydney ist dieser Flecken allabendlich auf der Wetterkarte im TV aufgetaucht und wollte besucht werden, aber irgendwie hat dieser „Abstecher“ von Sydney aus nie in meine Reiseplanungen gepasst. Das sollte sich nun endlich ändern. Der Reiseplan: Zu Beginn der Reise eine Woche in Melbourne, um die Australian Open, das erste Grand Slam des Tennisjahres, zu besuchen. Anschließend mit dem Mietauto entlang der weltberühmten Great Ocean Road an der Südküste Victorias bevor man rechts in das Inland abbiegt und sich bis nach Broken Hill vorkämpft. Danach den Blinker nur noch einmal rechts setzen und bis Sydney durchfahren. Los geht's:

Ich war schon viele Male in Melbourne und bin als begeisterter Hobbyspieler ein großer Fan der Australian Open. Es ist ein grandioses Sportfest, das den Tennissport und die Zuschauer auf eine erstaunliche Weise zusammenführt. Bei keinem anderen Turnier, welches ich bisher besucht habe, konnte ich eine solch entspannte, freundliche und gemeinschaftliche Stimmung unter den Zuschauern erleben. Das Turnier, häufig von Spielern und Zuschauern als das beste Turnier der Welt bezeichnet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Zuschauer zu verwöhnen. Überall auf der Anlage gibt es zum Beispiel große Leinwände und Fernseher, um Spiele von den großen Plätzen auch ohne die jeweiligen Eintrittskarten genießen zu können. Es gibt neben der Hauptattraktion des Tennissports viele Aktivitäten, um Auszeiten zwischen den Spielen zu überbrücken. Sei es Live-Musik, Kochvorführungen und Kostproben eines Hauptsponsoren, Fotomöglichkeiten mit den Siegertrophäen, Gesichtsbemalung und Spiele für Kinder sowie Autogrammstunden, um nur einige Attraktionen zu nennen. Insgesamt ein unglaublich familienfreundliches Event.

Aber nicht nur der Sport hat in dieser Stadt seinen besonderen Platz. Melbourne ist bekannt für seine exzellente Gastronomie. Überall in der Stadt bekommt man eine frische und qualitativ hochwertige Küche geboten. Ich hatte bei diesem Besuch das erste Mal die Gelegenheit, die South Melbourne Night Markets zu besuchen, was ein absolutes Vergnügen und eine Freude für meinen Gaumen war. Ausführliche Details über den Markt und vieles mehr zum Thema Essen kann man unter www.edgeofmyplate.com nachlesen, ein Blog meiner Bekannten Hennie, die mich mit ihren Freunden auf den Markt begleitet hat. Ein Restaurant möchte ich aber doch noch erwähnen, besonders für die Tennisfans unter den Gaumenfreunden. Das mexikanische "Fiesta" in South Yarra hat eine fantastische Küche und man findet auf der Karte, unter anderem, Gerichte mit den Namen von Andre Aggassi und Lleytton Hewitt, welche nach Angaben des Menüs bei vielen Besuchen dieser Spieler zusammen mit dem Koch entwickelt wurden. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Melbourne natürlich in jeder erdenklichen Preisklasse. Wir haben uns bei diesem Besuch dafür entschieden, in den Docklands in einem Airbnb-Apartment zu hospitieren. Ein privates Schlaf- und Badezimmer sowie geteilte Küche und Wohnzimmer bei einem liebenswerten australischen Ehepaar. Es war die erste und eine sehr positive Erfahrung mit Airbnb. Ein klasse Preisleistungsverhältnis mit lokalen Charme. Besser geht es nicht.

Nach fast einer ganzen Woche mit hochklassigem Tennis und hervorragendem Essen sollte die Reise weitergehen. Bevor es aber in Richtung des Outbacks ging, war eine der wohl schönsten Küstenstraßen der Welt an der Reihe. Die Great Ocean Road, an der Südküste des Bundesstaates Victoria gelegen, bietet einen traumhaften Zugang zum Ozean und den umliegenden Nationalparks. Als Fahrer sollte man aber sehr aufpassen, sich von der Schönheit der Strecke nicht ablenken zu lassen, da die Klippen und das Meer oft nur wenige Zentimeter vom Straßenrand entfernt sind. An der Great Ocean Road gibt es viele kleine und sehenswerte Orte, die mit ihren Cafés und Stränden zum Verweilen einladen. Auch Übernachtsungsmöglichkeiten jedlicher Art stehen zur Verfügung. Wir haben uns bei dieser Reise für das Campen entschieden und die erste Übernachtung sollte uns auf den Bimbi Campground im Ottway National Park führen. Dieser Campingplatz liegt weitab von der Zivilisation, mitten im sogenannten australischen Busch und ist ein wahres Naturparadies. Man zeltet unter Bäumen mit Koalas, denen man in der Nacht beim Grunzen zuhören kann. Es gibt viele Känguruhs und Eulen sowie vieles mehr zu entdecken. Der Platz selber ist gut ausgestattet mit Duschen, Toiletten und einer Campingküche und besonderen Angeboten wie einem Pizzaabend, bei der die gesamte Familie des Platzbetreibers im Steinofen Pizza backt oder einem Kinoabend, bei dem ab Einbruch der Dunkelheit ein Film unter den Sternen geguckt werden kann.

Die Great Ocean Road, mit ihren natürlichen Sehenswürdigkeiten, ist für mich immer wieder ein Erlebnis. Der raue Ozean in Kombination mit seinen steilen Klippen und aus dem Meer herausragenden Felsen, die über viele Jahrhunderte von Wind und Wasser geformt wurden, prägt diese Landschaft. Meine Highlights sind bei jedem Besuch wieder Bells Beach, die 12 Apostles, London Bridge und The Grotto. Überall gibt es hervorragende Aussichtsplattformen und Küstenwege, die häufig auch mit dem Rollstuhl zu erreichen sind. In Port Campbell gibt es im Sommer an jedem Sonntag einen kleinen Markt, auf dem die Einheimischen selbstgemachte Produkte wie zum Beispiel Marmelade und Seife anbieten. Zudem bietet der Ort kostenloses Internet, was heutzutage bei der Reiseplanung und der Suche nach dem nächsten Campingplatz sehr behilflich sein kann. Noch besser ist aber, man besucht eine Touristeninformation, die wirklich in fast jedem und noch so kleinem Ort vorhanden sind. Diese sind ein wahrer Segen auf Reisen, man erfährt alles über die Region, über die Sehenswürdigkeiten, über vorhandene Übernachtungsmöglichkeiten sowie lokale Tipps der Einwohner.  Bevor wir uns in das Inland verabschieden, steuern wir als letzten Ort an der Küste Warrnambool an. Da wir an diesem Tag noch einige Kilometer fahren wollten, beschließen wir, es bei einer kurzen Rast am Point Richie zu belassen, der einem noch einmal einen traumhaften Ausblick auf den Ozean bietet. Unser Etappenziel des Tages heißt Hamilton und der Lake Hamilton Motor Village & Caravan Park, einer der schönsten und saubersten Campingplätze auf unserer Reise und Ausgangspunkt für den Besuch der Grampians am nächsten Tag.

Hamilton ist ein kleiner und ruhiger Ort mit knapp 10.000 Einwohnern und einer großen Vergangenheit in der Zucht von Schafen. Die absolute Sehenswürdigkeit für mich war aber der wunderschöne Lake Hamilton. Der See liegt direkt am Ortsrand und bietet Platz für jede Menge Wildvögel und Freizeitaktivitäten. Bei einem Lauf um den See zum Sonnenaufgang fühlte ich mich wie in einer Märchenlandschaft. Aufziehender Frühnebel, das diffuse Licht der Sonne und viele Vögel und Pelikane, die immer wieder aus dem Sichtfeld im Nebel verschwanden. Ein perfekter Morgen. Auf dem Weg vom Campingplatz zum See gibt es zudem noch mehr zu entdecken. In einem kleinen Wasserlauf hat sich eine Platypus-Familie angesiedelt, die man mit etwas Geduld gut beobachten kann.

Unserer nächster Stopp: der Grampians National Park. Ein wahres Naturparadies zum Wandern, Radfahren, Fischen und vieles mehr. Von Halls Gap aus sind wir als erstes zum Wonderland Parkplatz gefahren, um von dort eine 4,2km lange Wanderung zum Aussichtspunkt "The Pinnacle" zu machen, welcher einen traumhaften Ausblick auf Halls Gap, Lake Bellfield und die umliegende Landschaft bietet. Fast noch schöner und beeindruckender ist aber der Weg dorthin. Auf den knapp zwei Kilometern bis zum Aussichtspunkt durchquert man einen traumhaften "Grand Canyon", der zwar wesentlich kleiner ist als sein amerikanischer Namensvetter, aber sehr schöne Felsformationen zu bieten hat. Anschließend kommt man durch die sogenannte "Silent Street", eine manchmal nur 50cm und einige hundert Meter lange Schlucht, in der die Ruhe wirklich sehr präsent ist. Der Aufstieg zu den Pinnacles ist etwas anspruchsvoller, da über viele Steine geklettert werden  und somit die Konzentration die ganze Zeit hoch gehalten werden muss. Insgesamt sollte man ca. 2-2,5 Stunden für den Rundtrip einplanen.

Anschließend sind wir zu den McKenzie Falls gefahren. Einer der bekanntesten und auch am meisten besuchten Wasserfälle der Region, da er sehr einfach zugänglich ist. Wer auf dem Weg vom Wonderland Parkplatz zum Wasserfall noch eine weitere Wanderung machen möchte, dem sei die Wanderung zu "The Balconies" vom Reed Aussichtspunkt empfohlen, welchen ich schon einmal vor einigen Jahren gemacht habe. Die McKenzie Falls waren im Januar 2014 von einem großen Buschfeuer betroffen, welches durch einen Blitzeinschlag ausgelöst wurde. Es finden aktuell immer noch Reparaturarbeiten statt, die Wasserfälle sind aber durch zwei Wanderwege zu erreichen. Ein Weg führt über knapp 900m zu einem Aussichtspunkt; der zweite Weg ist ein knapp 1km langer Rundweg zum Fuß des Wasserfalls. 

Nach unserem Abstecher in die Grampians machen wir uns auf dem Weg Richtung Outback New South Wales. Unser nächstes Ziel ist das kleine beschauliche Nest Wentworth bei Mildura. Getrennt werden die beiden Orte durch den Murray River, der mit über zweitausend Kilometern Länge, der zweitlängste Fluss Australiens ist. Aber nicht nur der Fluss trennt die beiden Städte, auch die Landesgrenze zwischen den Bundesstaaten Victoria und New South Wales verläuft entlang des Flusses. In Mildura gibt es eine schöne Aussichtsplattform, von der man den Murray River sowie die roten Sandbänke, auch Red Cliffs genannt, betrachten kann. Mildura ist zudem der Mittelpunkt eines großen Obst- und Gemüseanbaugebietes, das eine große Prozentzahl von Australiens frischen Produkten erzeugt. Zum Beispiel: 75% aller Tafeltrauben, 66% aller Mandeln, 48% aller Pistazien und 24% aller Zitronen. Darauf wird man auch schon circa 40 km vor Mildura hingewiesen, denn um den Ort herum besteht eine "Fruit Fly Exclusion Zone", d.h. es dürfen keine frischen Obst- und Gemüseprodukte in die Zone eingeführt werden, um die lokalen Anbaugebiete vor der Fruchtfliege zu schützen. Kurz bevor man die Zone erreicht, wird man durch viele große Hinweisschilder und möglichen Strafen darauf hingewiesen und es stehen Entsorgungstonnen zur Verfügung. Mehr Informationen dazu findet man auch auf der folgenden Website: www.quarantinedomestic.com.au. In Wentworth, unserer heutigen Endstation, treffen sich die beiden größten Flüsse Australiens, der Murray River und der Darling River. Wir schlagen unser Zelt heute an einem der Flussausläufer auf, welcher direkt am Willow Bend Caravan Park liegt. Der Park ist nichts Besonderes, überzeugte uns aber durch seine Lage am Fluss und die fußläufig Nähe zu Wentworth. Im Crown Hotel bekommt man zu seinen Getränken eine kostenlose Internetnutzung. Zudem überzeugen uns die Burger des Hauses für unser heutiges Dinner.

Nur wenige Kilometer ausserhalb von Wentworth fühlt man sich wie in der Sahara. Die Perrys Sandhills erstrecken sich über eine Fläche von über 400 Hektar und sind in den letzten 40.000 Jahren durch Wind und Wetter entstanden. Es ist ein traumhafter und zugleich zurrealer Ort, welchen wir zum Sonnenaufgang genossen haben. Ein perfekter Start in den Tag, bevor es auf die 265km lange Strecke nach Broken Hill ging, auf der es ein Roadhaus gibt und uns in den ersten 60km genau drei Autos entgegenkamen. Ein klares Indiz dafür, dass wir jetzt definitiv im Outback angekommen sind.

Broken Hill sowie Silverton sind neben ihrer Einsamkeit für die ansässigen Künstler und die Kunstgalerien bekannt. Viele Künstler haben sich hier niedergelassen, um sich von der Landschaft sowie der Abgeschiedenheit inspirieren zu lassen. In Broken Hill gibt es einen "Art Trail", der viele Galerien miteinander verbindet und einem zugleich die Möglichkeit gibt, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Nach den vielen Stunden Autofahren ist das eine sehr willkommene Gelegenheit. Knapp zehn Fahrminuten außerhalb von Broken Hill kann das Sculpture and The Living Desert Sanctuary gegen eine kleine Eintrittsgebühr besucht werden. Von der höchsten Stelle des Parks hat man eine wunderschöne Aussicht auf Broken Hill und dessen Umland. Zudem kann man zwölf Skulpturen aus Sandstein betrachten, die 1993 bei einem Kunst-Symposium mit Künstlern aus der ganzen Welt hier entstanden sind. 

Wir haben uns entschieden, die Nacht auf dem Camping Platz des Penrose Parks in Silverton zu verbringen. Silverton ist knapp 30 km nördlich von Broken Hill und bekannt durch viele Film- und Fernsehproduktionen, die sich hier die Outback-Kulisse zu nutzen gemacht haben. Eine der bekanntesten Filme, der hier gedreht wurde, ist wohl Mad Max mit Mel Gibson. In Silverton gibt es nur wenige Häuser, sowie das aus den vielen TV-Produktionen bekannte Silverton Hotel, welches von innen eher wie ein Museum wirkt, da die ganzen Wände mit vielen Erinnerungen der Filmaufnahmen bestückt sind. Ein absolut sehenswerter Ort mitten im Outback, in dem man freundliche Einheimische trifft und sich mit ihnen unterhalten kann. 

Bis zum Mundi Mundi Aussichtspunkt sind es von Silverton nur 4 km, ein perfekter Ort um den Sonnenuntergang zu genießen, sowie den traumhaften Sternenhimmel des Outbacks zu bewundern. Genau das war auch unser Plan. Nach dem spektakulären Sonnenuntergang in der grenzenlosen Weite haben wir auf dem Campingplatz unser Abendbrot vom Grill genossen, bevor wir es uns schön früh in unseren Schlafsäcken gemütlich gemacht haben, schließlich wollten wir gegen 2 Uhr in der Nacht wieder zum Mundi Mundi Aussichtspunkt fahren, um den eindrucksvollen Sternenhimmel zu beobachten. 

Was für ein Ausblick in die Tiefe der Nacht! Durch die kaum vorhandene Besiedlung der Gegend gibt es kaum Lichtverschmutzung am Himmel. Man sieht zwar die Lichter vom 30km entfernten Broken Hill, aber das stört überhaupt nicht bei diesem gigantischen Anblick. Obwohl von Januar bis März laut vieler Astronomie-Webseiten, der schlechteste Zeitpunkt für das Bestaunen unserer Galaxie, der Milchstrasse, ist, waren wir mit dem Gesehenen sehr zufrieden. Für knapp zwei Stunden wandten wir unseren Blick in Richtung Himmel, um die unzählbare Menge an Sternen, die Milchstrasse und viele Sternschnuppen zu bestaunen. Ein grandioses Erlebnis, welches wir in der kommenden Nacht im nächsten Ort noch einmal wiederholen wollten, sollte das Wetter es zulassen. Anschließend holten wir uns noch zwei Stunden Schlaf, bevor wir uns auf die nächste lange Strecke nach Cobar machten.

Lange Strecken sind im Outback normal und nicht gerade motivierende Straßenschilder mit hohen Kilometerangaben gehören leider auch dazu. Von Broken Hill sind es knapp 460km geradeaus, an zwei Roadhäusern vorbei und schon begrüßte uns eine weitere Minenstadt. Cobar. Am Nachmittag entspannten wir uns von der langen Fahrt auf dem Campingplatz und fuhren zum Fort Bourke Aussichtspunkt, der einem einen großartigen Blick auf die New Cobar Open Cut Gold Mine eröffnet. Da es den ganzen Nachmittag und auch am Abend sehr stark bewölkt war, machten wir uns keine zu große Hoffnung auf einen tollen Nachthimmel, stellten den Wecker aber zur Sicherheit.

Und auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht. Die Wolken waren allesamt verschwunden und der Sternenhimmel breitete sich über unserem Zelt aus. Wir fuhren einige Kilometer aus der Stadt heraus, was aufgrund der Massen an Kängurus nur im Schritttempo möglich war. Wir suchten uns eine kleine Seitenstraße abseits des Highways und genossen den erneut fantastischen Ausblick in den Nachthimmel, die vielen Sternschnuppen und die Geräusche der Kängurus und anderer Wildtiere um uns herum. Danach wiederholten wir das Vorgehen des vergangenen Tages. Ein paar Stunden in den Schlafsack kriechen, bevor es wieder auf die Strecke in Richtung Sydney ging. Auf den langen Strecken freuten wir uns über jede Kurve, die einem eine Abwechslung bot. Diesmal, nach knapp eineinhalb Fahrtstunden, freuten wir uns sehr über das erste Mal abbiegen. 590 km waren es von Broken Hill ohne einmal den Blinker zu setzen. Diese Kleinigkeiten erinnern einen immer wieder, welche Ausmaße dieses schöne Land Down Under doch hat. Auf dem Weg nach Bathurst, wo wir heute unser Nachtlager aufschlagen wollten, um am Tag darauf in die Blue Mountains zu fahren, kamen wir an einem Schild vorbei, welches das historische Yuranighs Aborigine-Grab ankündigte. Yuranigh begleitete den frühen Entdecker und Landvermesser Sir Thomas Mitchell auf eine Expedition in das Innere des tropischen Australiens im Jahr 1846. Als er vier Jahre später starb, wurde er nach traditioneller Stammessitte in einem Kreis von geschnitzten Bäumen begraben. Aus Respekt hat Sir Thomas Michell ebenfalls einen Grabstein auf das Grab gelegt. Diese einzigartige Kombination von Bestattungssitten verschiedener Kulturen findet man in Australien nur an diesem Ort. 

Von Bathurst ging es am nächsten Morgen früh los um die Blue Mountains zu besuchen. Unser erster Stop war der Blue Mountain Botanical Garden am Mount Tomah, ein wunderschöner Botanischer Garten der kühleren Klimazone. Im nahegelegenen und für seinen Apfelanbau bekannten Bilpin gibt es Samstags zwischen 10 und 12 Uhr einen kleinen Markt mit vielen lokal hergestellten Produkten, wie z.B. selbstgemachte Marmelade und einem hervorragenden Apfelkuchen. Dieser sollte uns auf unserer nächsten Wanderung, zu einem Tunnel mit Glühwürmchen, stärken. Das Wolgan Valley ist ein wunderschönes Tal mit einem traumhaften Panoramablick auf die umliegenden Sandsteinfelsen. Nach 30 km Fahrt durch das Tal erreichten wir den Startpunkt für unsere Wanderung. Die Wanderung ist ein 8 km langer Rundweg, welcher mit nassen Füßen und einem steilen Anstieg beginnt und anschließend vom trockenen Wald in einen eher tropischen Regenwald führt. Man muss über Steine durch einen kleinen Fluss balancieren, um sich bis zum Tunnel mit den Glühwürmchen vorzuarbeiten. Der Tunnel ist sehr beeindruckend. Schon nach wenigen Metern sieht man die eigene Hand nicht mehr vor den Augen und die Wände und Decken fangen leicht blau an zu leuchten. Ein Naturschauspiel, das man sicherlich nicht jeden Tag erlebt.

Nach unserer Wanderung ging es weiter nach Katoomba, unserer letzten Station vor Sydney. Katoomba ist das touristische Zentrum und Hauptanlaufpunkt für Besucher, die meistens aus Sydney hierher kommen. Es gibt mehrere Sehenswürdigkeiten, wie dem Echo Point, die Three Sisters und Wasserfälle, die fußläufig erreichbar sind. Ansonsten hat der Ort eher weniger zu bieten. Der Campingplatz war voll belegt, was wir zuletzt an der Great Ocean Road erlebt hatten. Danach waren häufig nur eine handvoll Gäste auf den Plätzen. Wir haben die letzte Nacht im Zelt aber trotzdem genossen und sind am nächsten Morgen noch einmal früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang am Echo Point mit Aussicht auf die Three Sisters zu genießen. Bevor wir uns auf die letzen knapp 100 km unserer Reise nach Sydney aufmachten, haben wir im kleinen und beschaulichen Leura einen Frühstücksstop eingelegt. Leura hat viele kleine, nette Cafés und Geschäfte, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

Über Sydney braucht man natürlich nicht viel schreiben. Es ist einfach eine wunderbare Stadt. Wir haben eine Woche lang bei Freunden und Verwandten übernachtet und haben die Zeit dort genossen. Ein Highlight in Sydney ist immer der Growers' Market in Pyrmont. Dieser Markt findet an jedem ersten Samstag im Monat statt (ausser im Januar) und ist ein großartiges kulinarisches Erlebnis. An fast jedem Stand kann man die dargebotenen Köstlichkeiten probieren und die Atmosphäre mit Live-Musik genießen. Besonders zu empfehlen sind die Deli-Sandwiches von Ruby & Rach. Wer einen netten Tag in Sydney ausklingen lassen möchte, ist z.B. mit der Opera Bar oder dem Watson Bay Hotel gut beraten. Hier kann man bei entspannter Musik den Sonnenuntergang bei einem kühlen Getränk genießen.

Reiseinformationen

Unsere Reisezeit:

Januar bis Mitte Februar. Australien kann das ganze Jahr über bereist werden, es sollte nur die Regenzeit im Norden gemieden werden. Für unsere Reise war der Sommer ideal, da es im Süden als auch im Outback im Winter empfindlich kühl werden kann und wir auf Camping bei 0 Grad keine Lust hatten. Die Temperaturen auf unserer Reise waren zwischen 7 und 36 Grad. 

Unsere Anreise:

  • von Hamburg mit Emirates via Dubai nach Melbourne
  • von Melbourne nach Sydney mit dem Mietauto
  • von Sydney mit Emirates via Dubai nach Hamburg
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