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Tansania & Sansibar

14 Tage in Ost-Afrika

Dem Weihnachtstrubel entfliehen und stattdessen die Natur genießen, das war der Plan meiner Familie für 2014. Das Ergebnis waren großartige Erlebnisse in der Wildnis von Tansania sowie tropische Entspannung im exotischen Sansibar. Von Hamburg aus ging es über Istanbul zum Kilimandscharo Airport in Tansania und von dort weiter zur nahegelegenen Stadt Moshi. Am Fuße des höchsten Berges Afrikas wurde der erste Tag zur Akklimatisierung sowie zur Erkundung von Moshi und Umgebung genutzt. Das Mountain Inn bot eine entspannte Atmosphäre, eine hervorragende Küche sowie einen fantastischen Blick auf den Kilimandscharo.

Safari Tag 1: Tarangire National Park

Die erste Herausforderung des Tages war das Verladen von vier Gepäckstücken in den erstaunlich kleinen Kofferraum unseres Toyota Landcruisers. Anschließend ging es in knapp dreieinhalb Stunden Fahrtzeit zum Tarangire National Park, welcher für seine großen Elefantenherden bekannt ist. Deshalb waren wir sehr gespannt und haben im Park sofort die Aussichtspositionen im Geländewagen eingenommen und mit der Pirschfahrt, dem sogenannten Game-Drive, begonnen. 

Nach einigen spannenden, faszinierenden und heißen Stunden im Tarangire National Park, einzig und allein gestört von der sehr lästigen Tsetsefliege, die sich von unserem Insektenschutz nicht beeindrucken lassen wollte, haben wir uns auf den Weg zu unserem ersten Camp am Rande des Ngorongoro Krater gemacht. Nach einer wohlverdienten Dusche servierte unser Koch uns ein köstliches Abendessen bevor wir uns in unsere Zelte verkrochen haben. 

Safari Tag 2: Ngorongoro Krater

Nach einer unruhigen Nacht in einem Dorf am Rande des Ngorongoro Krater, in der sich der Geräuschkulisse nach einige hunderte Straßenhunde gegenseitig angefallen haben, sind wir vor dem Sonnenaufgang zum Eingang der Ngorongoro Conservation Area aufgebrochen. Der Krater hat eine Fläche von ca. 300 Quadratkilometern, eine Tiefe von 600m und beheimatet eine Tierwelt mit über 25.000 Einwohnern. Nach den ersten Löwensichtungen folgte ein großartiges Picknick-Frühstück auf einem der ausgewiesenen Rastplätze. Zäune sucht man hier vergebens, deshalb ist es ratsam, immer ein waches Auge auf die Umgebung zu haben. Und selbst aus dem Toilettenhäuschen hat man einen erstklassigen Ausblick auf grasende Zebras.

Nach der Sichtung von vielen Gnus und Zebras, verschiedenen Gazellenarten, Strauße, Löwen und Löwenbabys, Büffel, Hyänen, Nilpferde und zwei von den nur 26 Nashörnern im ganzen Park, ging es über trockene Schotterpisten in einer dreistündigen Fahrt zum Serengeti National Park.

Safari Tag 3 und 4: Serengeti National Park

Hier verbrachten wir die nächsten zwei Tage mit Pirschfahrten. Dabei wurde einem die Zeit im Auto nie langweilig, da es hinter jedem Baum und hinter jedem Hügel etwas zu entdecken gab. Schwer zu sichtenden Leoparden auf Bäumen, riesige Gnu- und Zebraherden, eine hohe Anzahl von Löwen, bei der am Ende das Zählen aufgegeben wurde, über die Straße galoppierende Giraffen sowie zwei Geparden-Brüder, die sich direkt neben unserem Landcruiser niederließen. 

Durch den sogenannten „Buschfunk“, über den sich alle Safarifirmen mittels Funkgerät auf dem Laufenden halten, hatte unser Guide Charles von zwei Geparden in unserer Nähe erfahren. Anfangs war es kaum möglich, die beiden zu erkennen, da sie in großer Entfernung im Gras lagen. Wir warteten 15 - 20 Minuten und beobachteten die Tiere mit Ferngläsern. Und dann kam die Entscheidung, die wir und unser Fahrer viele Male treffen mussten: Warten oder weiterfahren? Glücklicherweise entschlossen wir uns in diesem Fall noch etwas zu warten und wurden belohnt. Die beiden Geparde hatten in einiger Entfernung ein paar Zebras gesichtet und machten sich auf den Weg. Da unsere Position genau zwischen Geparden und Zebras war, konnten wir beobachten, wie die beiden Brüder immer näher auf uns zukamen. Ein fantastischer Anblick dieser eleganten Tiere. Direkt neben unserem Auto entschieden sie sich eine Pause einzulegen und machten sich es für ca. zehn Minuten im Gras bequem. Anschließend zogen sie weiter bis wir sie in der Ferne aus den Augen verloren. So strichen die Stunden ins Land und die zwei Tage in der Serengeti vergingen wie im Fluge. 

Unser Camp war wunderschön in die Landschaft integriert. Es gab keine Zäune, sodass die Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung so wenig wie möglich gestört wurden. Für uns bedeutet dies, von 21 Uhr bis 6:30 Uhr am nächsten Morgen durften wir unsere Zelte nicht verlassen. Beim abendlichen Essen liefen Hyänen um das Gemeinschaftszelt. Nachts lauschten wir gespannt in die Dunkelheit und hörten, wie Zebras durch unser Camp galoppierten sowie ein Rudel Löwen, das sich gefühlt 200 Meter von unseren Zelten entfernt befand. Am nächsten Morgen erfuhren wir vom Camp-Manager, dass das Rudel knapp einen Kilometer entfernt war.  

Am Nachmittag haben wir uns dann langsam auf den Rückweg gemacht. Das heißt, wir fuhren die gleiche staubige Schotterstraße für dreieinhalb Stunden wieder zurück zum Ngorongoro Krater. Bevor wir jedoch diese traumhafte Landschaft endgültig verließen, übernachteten wir noch eine Nacht direkt am Kraterrand in der Ngorongoro Wildlife Lodge. Von dort aus hat man einen atemberaubenden Ausblick auf und in den Krater welcher eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Aus den Zimmern hat man einen Panoramablick auf den Krater, der seines Gleichen sucht und der Sonnenaufgang lädt zum Verweilen ein. 

Safari Tag 5: Via Arusha nach Sansibar

Vom Ngorongoro Krater aus war unser nächstes Etappenziel das knapp vier Fahrtstunden entfernte Arusha. Von dort aus ging es mit dem Flugzeug weiter nach Sansibar, um im tropischen Paradies ein paar entspannte Weihnachtstage zu verbringen und die vielen Eindrücke der Safari zu verarbeiten. 

Sansibar - Willkommen im Paradies

Das Karamba Resort befindet sich im Süden von Sansibar im kleinen Fischerdorf von Kizimkazi Dimbani, knapp eineinhalb Autostunden von der Hauptstadt Stone Town entfernt. Das Resort war der perfekte Ort zum Entspannen nach fünf Tagen "Game-Drive" im Geländewagen. Weit entfernt vom Tourismus kann man hier die Seele baumeln lassen und die Tropen genießen. Das Resort hat nur wenige Bungalows, die direkt auf der Riffkante am Wasser gebaut sind. Das Wasser ist kristallklar und mit 28 Grad nicht immer eine wirkliche Erfrischung. Die Küche war fantastisch und bot eine große Auswahl an Gerichten aus allen Geschmacksrichtungen. Besonders der täglich frische Fisch der lokalen Fischer schmeckte grandios und war an Qualität nicht zu überbieten. Der Alltag der Fischer war bestimmt vom Wechsel der Gezeiten, der das Wasser um einige hundert Meter hinauszog und somit den Dorfbewohnern die Möglichkeit gab, Muscheln, Krebse und Tintenfische zu sammeln.

Gewürzfarm und Stone Town

Bei einer Reise nach Sansibar gehört ein Besuch einer Gewürzfarm sowie ein Tagesausflug nach Stone Town zum Standardprogramm. Und dies zu recht. Wir haben beides kombiniert und einen Tag lang zusammen mit einem lokalen Guide die Insel erkundet. Das Erriechen und Erschmecken der verschiedenen Gewürze war sehr beeindruckend und lehrreich und hat zugleich viel Spaß gemacht. Von Vanille, Pfeffer und Zitronengras über Ingwer,  Kaffee- und Kakaobohnen, gab es eigentlich nichts, was es nicht gab. Am überraschendsten war für uns der Ceylon-Zimtbaum. Die Rinde wird abgeschält und getrocknet und man erhält die bei uns bekannten Zimtröllchen. Das Wurzelwerk hingegen liefert ein wunderbares Aroma aus Menthol. Unser Guide kletterte auf Bäume, um auch die entlegenste Vielfalt an Gerüchen und Geschmäckern für uns erkundbar zu machen.

Anschließend ging es weiter in den bekanntesten Stadtteil von Sansibar Stadt, nach Stone Town. Hier gibt es viele historische Gebäude und eine ansprechende Architektur, ein Erbe des ehemaligen Sultanats sowie der britischen Herrschaft. Tansania und damit auch Sansibar gehören zu den ärmsten Ländern der Erde, was sich auch im Stadtbild widerspiegelt. Die Häuser sind leider sehr heruntergekommen, da kein Geld für Renovierungen vorhanden ist. Der Währungsverfall gibt den Einwohnern kaum genug Geld, um davon Lebensmittel kaufen zu können.

Märkte bieten eine fantastische Möglichkeit, lokales Leben näher kennenzulernen und sind meine Favoriten auf Reisen. Je exotischer ein Land ist, umso interessanter sind die Märkte und die Eindrücke die aufgesogen werden können. Dies gilt selbstverständlich auch für den Markt in Stone Town. Auf dem Darajani Market findet ein tägliches Treiben und Handeln statt. Am beeindruckendsten ist die Vielfalt an angebotenen Lebensmitteln. Neben Bananen in allen Größen und Farben und alle tropischen Obstvariationen die man sich vorstellen kann, werden frischer Fisch, lebendiges und totes Geflügel sowie die Köpfe geschlachteter Ziegen angeboten. Die Rahmenbedingungen sind dabei für europäische Betrachter erst einmal gewöhnungsbedürftig. Die Lufttemperatur von über 30 Grad Celsius, das Nichtvorhandensein von Kühlungsmöglichkeiten und die Masse an Fliegen auf den frischen Lebensmitteln führt nicht unbedingt zu Appetit und verleitet eher dazu, beim nächsten Abendessen auf Fleisch oder Fisch zu verzichten.  

Jeden Abend zum Sonnenuntergang findet am Hafen ein großer Essensmarkt statt, der eine Vielzahl an lokalen Köstlichkeiten zu bieten hat. Ist der eigene Magen nicht an eine solche Straßenküche gewöhnt, sollte man eher die Finger davon lassen und die Eindrücke nur mit Augen und Nase genießen. Die Kinder und Jugendlichen der Stadt treffen sich, um ein Bad im Meer zu nehmen und ihre Akrobatikkünste zu präsentieren, indem sie von der Kaimauer stilvoll ins Meer springen. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, die zum Sonnenuntergang einlädt.

Reiseinformationen

Unser Reisezeit:

Mitte Dezember 2014. Wir fanden den Zeitpunkt ideal, da die kurze Regenzeit in Tansania genau dann endet. Die Nationalparks waren grün und es waren während der Safari kaum Touristen vor Ort. Bei der Registrierung an der Ngorongoro Conservation Area sowie am Serengeti National Park waren wir teilweise alleine. Auf dem Rückweg hingegen waren die Parkplätze voll mit einer hohen zweistelligen Zahl an Geländewagen, die alle in die Parks wollten. Der Strom an Touristen, der uns auf dem Rückweg nach Arusha entgegenkam, wollte kein Ende nehmen und wir waren froh, ein so gutes Zeitfenster gewählt zu haben.

Unsere Anreise: 

  • von Hamburg mit Turkish Airlines via Istanbul nach Kilimandscharo Airport
  • von Arusha nach Sansibar und zurück nach Dar es Salaam mit Precision Air
  • von Dar es Salaam mit Turkish Airlines via Istanbul nach Hamburg

Safari und Unterkünfte: 

Tipps und Ratschläge:

  • Trinkgelder: Aufgrund der wirtschaftlich schlechten Situation in Tansania, sind die Menschen auf ordentliche Trinkgelder angewiesen und erwarten diese auch. Als grobe Richtlinien findet man in vielen Foren folgende Angaben. Guide: 10US$/Tag, Koch/Helfer: 5US$/Tag, Kofferträger: 1-2$/Gepäckstück. Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden wie viel er geben möchte, abhängig wie zufrieden man mit der Leistung war.
  • Impfungen, Malaria und Insektenschutz: Aktuelle und hilfreiche Informationen zu notwendigen Reiseimpfungen findet man u.a. bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Wir haben uns für diese Reise gegen Gelbfieber geimpft sowie für die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes entschieden. Dies sollte aber immer persönlich mit einem Arzt besprochen werden. Als Insektenschutz haben wir ein Produkt mit 50% DEET gewählt, welches sehr gut funktioniert hat. 
  • Zahlungsmittel: Es werden überall US-Dollar und Tansania-Schilling akzeptiert. In den Hotels konnte zudem häufig mit EURO und Kreditkarte bezahlt werden.
  • Visum: Für die Einreise nach Tansania benötigt man aktuell als deutscher Staatsbürger ein Visum. Wir haben dieses Visum für 50 US$ pro Person direkt bei der Einreise am Flughafen in Tansania erhalten.
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